Praterstrasse

Nr. 7 Continental
Bereits 1591 war hier ein „Gasthof zum Lamm“ nachweisbar. Zusammen mit dem Nachbarhaus „Zum Weißen Schwan“ und etlichen Zubauten entstand daraus 1873 anlässlich der Weltausstellung das bis auf die Taborstraße reichende „Hotel Continental“. Auch hier wurde getanzt und musiziert, u. a. hielten die Naturhistoriker und der Alpenverein hier Anfang des 20. Jhs. ihre Kränzchen ab. Das Gebäude erlitt im 2. Weltkrieg so starke Schäden, dass es abgetragen werden musste.
Nr. 25 Fürstenhof
In diesem Haus wurde im Jahr 1913 ein Theater gegründet und vom „Budapester Orpheum“ bespielt. Diese Kleinbühne wurde bereits 1889 von Josef Modi und Matthias Bernhard Lantzky gegründet und hatte vor allem jüdische Jargonpossen und artistische und kabarettistische Produktionen im Repertoire. Das Theater im Fürstenhof verfügte über 636 Sitze und wurde von Bürgermeister Johann Bayer ausgestattet. Nach der Auflösung der „Budapester Orpheumgesellschaft“ spielten im Jahr 1919 im jetzt „Rolandbühne“ genannten Theater das „Theater der Komiker“ und 1924/25 die Possenbühne „Max und Moritz“, die von ehemaligen Mitgliedern der „Budapester Orpheumgesellschaft“ gegründet worden war. Zu den Darstellern dieser Zeit gehörten unter anderem Hans Moser, Armin Berg, Heinrich Fischbach und Ferdinand Grünecker. Danach trat dort die „Exl-Bühne“ auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Theatergebäude zur Heimat des „Wiener Künstertheaters“. Nach dessen Schließung befand sich in dem Haus bis 1968 das „Dianakino“.
Nr. 27 „Zum Grünen Jäger“
Im 1799 erbauten „Gasthaus zum Grünen Jäger“ verkehrten die Schauspieler, Musiker und Sänger der benachbarten Theater. Es verfügte über fünf Puttenreliefs über den Fenstern des Erdgeschosses sowie den Eingangstüren. Hier gaben sowohl Johann Strauss (Vater) als auch Joseph Lanner – neben Strauss einer der Begründer des Wiener Walzers – Konzerte.
Nr. 31 Leopoldstädter Theater | Carltheater
An diesem Ort befand sich von 1781 bis 1847 das Leopoldstädter Theater. Es war das erste Wiener Vorstadttheater und wurde von Karl von Marinelli eröffnet. Es hatte vor allem Lokal-und Zauberpossen sowie Parodien und Singspiele im Repertoire. Nach dem Tod Marinellis übernahm zunächst Karl Friedrich Hensler das Theater, später übernahm Ferdinand Raimund diese Aufgabe. Er inszenierte hier auch seine Stücke. Daneben feierten auch Stücke von Bühnenautoren wie Franz Xaver Gewey, Josef Alois Gleich, Friedrich Kaiser, Ferdinand Kringsteiner, Karl Meisl, Johann Nepomuk Nestroy und Joachim Perinet große Erfolge. Trotzdem wurde das Theater 1838 wegen finanzieller Schwierigkeiten an den Theaterdirektor Carl Carl verkauft. Carl, der auch das Theater an der Wien führte, leitete das Haus ab 1845 selbst. 1847 wurde das Gebäude im Rahmen umfassender Renovierungsarbeiten vollständig abgerissen und nach Plänen der Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard von Nüll wieder aufgebaut. Bei der Eröffnung des nun in Carltheater umbenannten Hauses, wurde die Burleske „Die schlimmen Buben in der Schule“ von Johann Nestroy uraufgeführt. Nestroy übernahm selbst die Hauptrolle und fungierte in den Jahren zwischen 1854 und 1860 sowohl als Darsteller als auch als Direktor des Theaters. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurde das Theater 1929 geschlossen. Nach schweren Beschädigungen durch Bomben während des 2. Weltkrieges, bei denen der Zuschauerraum fast vollständig zerstört wurde, wurde das Gebäude 1951 abgerissen.
Nr. 34 Theater im Nestroyhof | Intimes Theater | Variete Reklame
Schon 1807 existierte hier ein Gasthaus „Zum Wällischen Bauer“. 1820 wurde umgebaut. Die zurücktretende Baulinie schuf Platz für ein überdachtes Podium im Freien, unter dem verschiedene Unterhaltungskapellen konzertierten. Der blutjunge Johann Strauss Vater trat hier im Quartett Josef Lanners auf und ging hier auch mit dem Teller absammeln. 1899 eröffnete das Vergnügungsetablissement „Nestroy-Säle“ einen Varietébetrieb mittlerer Größe im “Produktionssaal eines Gasthauses“ mit wechselnden Besitzern. Als „Rauchtheater“ genehmigt gab es keine festen Sitzreihen, sondern Tische und Stühle für etwa 329 Personen. Es wurde als Singspielhalle geführt. Während der Vorstellungen konnte gegessen, getrunken und geraucht werden. Die aufgeführten Possen und Schwänke zeigten oft Motive aus dem Leben jüdischer Kleinbürger.
Nr. 35 Kornhäuselhaus
Das als „Kornhäuselhaus“ bekannte Haus wurde 1812 von Franz Reymund einstöckig erbaut.
1817 wurde es, vermutlich nach Plänen Josef Kornhäusels, für den Klavierfabrikanten Matthäus Müller aufgestockt. Kornhäusel, der einer der bedeutendsten künstlerischen Vertreter der sich dem Biedermeier zuneigenden Phase des Klassizismus war, gestaltete ein Empirehaus mit flachem, dreiachsigen Mittelrisalit und einem Balkon über dem Portal. Matthäus Müller hatte um 1800 die Ditanaklasis erfunden, ein vertikales Hammerklavier, das im Vergleich zu Pyramidenklavieren über eine tiefere Lagerung des Bezugs verfügt. Der Pianist Johann Posch spielte seinerzeit seine Konzerte auf diesem Klavier.
Nr. 54 Wohnhaus Johann Strauss Sohn
Hier lebte Johann Strauss Sohn mit seiner ersten Ehefrau, der Spopranistin Henriette Treffz-Chalupetzky. In den Räumlichkeiten, die heute als Außenstelle des Wien-Museums zu besichtigen sind, komponierte er 1866/67 seinen berühmten «Donauwalzer».
Nr. 56 Wohnhaus Josefine Gallmeyer und Gabor Steiner
In diesem Haus lebten die Schauspielerin Josefine Gallmeyer (1838 - 1884) und der Theaterregisseur Gabor Steiner (1858 - 1944). Josefine Gallmeyer, die am Stadttheater Brünn debütierte, spielte immer wieder an Wiener Theatern, vor allem am Theater an der Wien und am Carltheater. Ihr cholerisches Temperament und ihre zahlreichen Affären machten sie zu einer schillernden Figur des Wiener Theaterlebens. Gabor Steiner leitete bei der Theaterausstellung 1892 die „Hans-Wurst-Bühne“. 1894 pachtete er zusätzlich im Wiener Prater die Kaiserwiese und ließ dort gemeinsam mit dem Architekten Oskar Marmorek und dem Maler Ferdinand Moser den 1895 eröffneten Vergnügungspark „Venedig in Wien“ errichten. Vorbild war der Park „Venice in London“. Außerdem betrieb er im Prater ein Kino und ein Automatenbuffet. Parallel dazu setzte er sich nachdrücklich für die Errichtung des Riesenrades im Prater ein.